Das Ende der klassischen Autobranche als Schlüsselindustrie, sozialökologische Transformation der Mobilität

Das Auto hat als Statussymbol ausgedient
Für die heutige Jugend und einem großen Teil auch anderer Altersgruppen hat das Auto als Statussymbol ausgedient. Mit dem SUV (eigentlich Kategorie Nutzfahrzeug, gepimpt auf komfortabel und alltagstauglich) in der Stadt mal eben eine Kleinigkeit einkaufen, wirkt mittlerweile eher peinlich.

Beispiel Tesla
Am Beispiel Tesla kann man sehen, dass der klassische Autohersteller keine Zukunft hat. Der enorme Börsenwert von Tesla ist darin begründet, weil Tesla nicht als Autokonzern bewertet wird, sondern als digitaler Tech-Gigant mit hoher Flexibilität und Innovationskraft.
Allerdings scheint mir zum derzeiten Zeitpunkt ein Anteil von Erwartungshaltung in die Aktie eingepreist, sodass ich von einer gewissen Überbewertung sprechen würde. Werden die Erwartungen erfüllt, sollte es keine Probleme geben. Natürlich wird die Aufholjagd der Konkurenten den künftigen Aktienkurs ebenfalls beeinflussen. Die Ausrichtung eines Mobiltätskonzerns der Zukunft sollte alle erforderlichen emissionsfreien Antriebe abdecken können, die nötig sein werden.
Ohne Diversität ist meines Erachtens keine klimaneutrale Mobilität möglich.

Der Hang zu übergroßen Autos
Der überflüssige Gebrauch großer Geländewagen wird die Auto-Industrie in Akzeptanzprobleme bringen, so auch die Einschätzung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer.
Besonders in den Städten fühlten sich viele Menschen bedroht, die besonders großen Modelle führten zu Diskussionen mit Radfahrern, Eltern und anderen Bürgern.
Laut einer Auswertung der Zulassungszahlen wurden im vergangenen Jahr 227 000 Personenwagen mit einem Leergewicht oberhalb von 2000 Kilogramm zugelassen, wie der Leiter des privaten CAR-Instituts berichtete.
Knapp die Hälfte davon seien SUV-Dickschiffe, wie der BMW X7, Landrover, Mercedes GLS oder Audi Q8. Dudenhöffer verwies auf Frankreich, wo eine Extra-Kfz-Steuer für besonders schwere Autos oberhalb von 1800 Kilogramm geplant ist. Ähnliches drohe den Herstellern auch in Deutschland und anderen Staaten, falls sie nicht umsteuerten
. Wenn in Märkten wie USA oder China die Dickschiffe (NOCH! – auch da wird man mit mehr oder weniger Zeitverzug umdenken) boomen und glänzende Gewinne einspielen, sollte man nicht leichtfertig diese Fahrzeuge in die engen europäischen Großstädte bringen.
Auf Dauer gesehen, wird sich jeder Kunde schwer tun, Produkte zu kaufen, die mit gesellschaftlichen Akzeptanzproblemen verbunden sind. „Das Ende der klassischen Autobranche als Schlüsselindustrie, sozialökologische Transformation der Mobilität“ weiterlesen